Aktuelles Mission

Neuer "Ruf in die Zeit": Weltweit herausgefordert

Rings um den Globus hat sich ein Virus ausgebreitet und bringt unser gewohntes Leben durcheinander. Rings um den Globus leben auch Missionsbenediktiner und erleben die gegenwärtige Krise auf unterschiedliche Weise. Kann man dem Geschehen einen Sinn abringen? Die Juli-Ausgabe des "Ruf in die Zeit" versucht es mit Beiträgen aus Korea, von den Philippinen, aus dem Südsudan, aus Tansania oder Europa.

"Lasst uns das Leben jeden Moment wertschätzen ..." lautet eine mögliche Lehre aus der Coronakrise. P. Gregor Schmidt, Comboni-Missionar im Südsudan, ermuntert dazu und ergänzt: "... egal, ob es kurz währt oder lang." Und Pfarrer Bernhard Stühler stellt aus seiner Erfahrung mit Hospiz und Palliativmedizin am Würzburger Juliusspital fest: "Wir haben vergessen, über unsere Endlichkeit nachzudenken." Im Interview fordert er, aus Anlass der Pandemie wieder die Sinnfrage zu stellen.

Es geht um Leben und Tod, um Gesundheit und Krankheit in den Beiträgen. Br. Jesaja Sienz OSB schildert als Ärztlicher Direktor des Missionshospitals in Ndanda/Tansania, wie dort damit umgegangen wird, wenn medizinische Kapazitäten nicht ausreichen. Schwierige ethische Fragen sind dann zu bedenken. Br. Jesaja zeigt sich zugleich dankbar, dass aufgrund der Spenden der Leserinnen und Leser des "Ruf in die Zeit" auch Patienten behandelt werden können, die mittellos sind.

Anders wiederum ist die Lage in Südkorea. Das hochentwickelte Land hat die Pandemie durch strenge Hygienemaßnahmen ziemlich bald gut im Griff gehabt. Einen Lockdown, eine starke Reduzierung des öffentlichen Lebens gab es gleichwohl – und damit plötzlich Zeit für Familie. P. Bartholomäus Henneken OSB sieht darin eine Chance, Probleme aufzuarbeiten, die sonst in der Hektik liegenbleiben, und sich wieder näherzukommen. Auch P. Anselm Grün OSB ruft dazu auf, die Krise zu nutzen, um über neue Formen des Arbeitslebens, neue Formen des Glaubenslebens nachzudenken.

Die verschiedenen Artikel zeigen: Alle sind betroffen, wenn auch sehr unterschiedlich. Abtprimas emeritus Notker Wolf OSB mahnt deshalb, die "globale Verantwortung" jedes einzelnen und jedes Landes neu zu durchdenken. Die Politik dürfe sich dabei nicht von Angst bestimmen lassen. Kardinal Luis Antonio Tagleermuntert, auf die Pandemie des Virus mit einer "Pandemie der Liebe" zu antworten. Der neue Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom, der von den Philippinen stammt, erinnert an die Armen, die Obdachlosen, die Flüchtlinge, die nicht nur vom Virus selber, sondern auch von den wirtschaftlichen Folgen betroffen sind.

Ganz konkret erfahren dies unsere Mitbrüder in vielen Teilen der Welt. Br. Remigius Ziemba OSB, der derzeit in Digos auf den Philippinen lebt, beschreibt daher, wie er mit Freunden Lebensmittelpakete besorgt und unter Betroffene verteilt. Das Hilfsprojekt der "Ruf"-Ausgabe ist deshalb diesmal ebenso weltweit wie die Pandemie. Gesammelt wird für Hygienemittel, Lebensmittelpakete oder medizinischen Bedarf auf den Philippinen, in Indien oder Tansania.

Der Münsterschwarzacher Vier-Türme-Verlag kündigt in dem Heft für den Bücherherbst eine "Trost-Apotheke“"sowie weitere Werke zur besseren Lebensbewältigung an. Bei den Berichten aus der Abtei geht es unter anderem um Einzelgespräche mit den Mönchen. Ein Rückblick verweist auf frühere Krisenzeiten:Die Abteikirche wurde errichtet, als Not, Arbeitslosigkeit und dann auch politische Veränderungen die Benediktiner in starke Bedrängnis brachten.

Die Coronakrise hat unser Leben verändert. Viele hoffen, dass bald wieder alles so ist wie zuvor. Veränderung kann jedoch auch die Sehnsucht wecken nach dem, der verkündet: "Seht, ich mache alles neu!" So beschreibt es Abt Michael Reepen OSB in seinem Impuls zum „Ruf in die Zeit“. Sein Appell: "Dahin soll unsere Energie gehen!"

Der „Ruf in die Zeit“ erscheint vier Mal im Jahr und vertieft aktuelle Themen. Zugleich informiert das Magazin über Hilfsprojekte der Missionsbenediktiner sowie über Neues aus der Abtei Münsterschwarzach. Der "Ruf in die Zeit" wird kostenfrei an Freunde und Spender verteilt. Im Internet ist er als Pdf abrufbar.

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