Adventskalender

10. Dezember: RB 22,6

Münsterschwarzacher Adventskalender am 10. Dezember mit P. Frank Möhler OSB zu RB 22,6.

"So seien die Mönche stets bereit (ut parati monachi sint semper)" (RB 22,6)

Im eher unscheinbaren Kapitel  22 der Benediktusregel "Über die Nachtruhe der Mönche" wird die Ausgangsfrage, wie denn die Mönche schlafen sollen, beantwortet mit: stets bereit sollen die Mönche sein (monachi semper parati)!

Man ahnt sofort, es geht hier nicht in erster Linie um eine praktische Anordnung für die Nachtruhe, sondern um etwas ganz Grundsätzliches: ein Mönch ist einer, der immer bereit ist (selbst wenn er schläft). Einer, der mit der Ankunft des Herrn rechnet, nicht starr, verkrampft oder ängstlich, sondern in freudiger Erwartung und lebendigem Interesse. Es kommt ja nicht irgendeiner, sondern einer, der uns kennt und liebt, Christus.  Und er kommt nicht nur vollständig sichtbar am Ende der Zeit, sondern immer ist er schon da und gegenwärtig. "Gott ist immer gegenwärtig" (deus semper praesens), betont Benedikt an vielen Stellen der Regel. Eben deshalb dürfen wir immer und überall mit seiner Nähe rechnen. Dies meint die Haltung, stets bereit zu sein. Selbst im tiefsten Schlafzustand soll sich mein Herz für ihn bereit halten. Bereit sein: Nicht träge, sondern aufgeweckt sein. Nicht das Wesentliche selbst im Wachzustand verschlafen, sondern mit dem rechnen, der auch auf ganz unerwartete Weise da sein kann.

Für mich ist dieser Satz eine großartige Einladung Benedikts für ein Leben mit Gott. "Seid bereit!" und  das nicht nur in der Adventszeit. Übrigens sieht Benedikt für den Schlafraum auch ein Licht, eine Lampe vor, die stets brennen soll, wie die Lichter des Advents, die uns an die Nähe Gottes erinnern können. 

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