Neue Oblatenrektorin für die Abtei Münsterschwarzach

Carola Holzmann übernimmt Amt von P. Noach Heckel OSB.

Zum ersten Mal hat die Abtei Münsterschwarzach eine Oblatenrektorin: Carola Holzmann, selbst Oblatin, wurde von Abt Michael Reepen OSB ernannt. Am Samstag übergab ihr Vorgänger P. Noach Heckel OSB im Rahmen des jährlichen Oblatentags das Amt. Auch der von ihm eingeführte Oblatenrat bestehend aus vier Mitgliedern der Gemeinschaft wurde verabschiedet. Am Vormittag hatten überdies drei Frauen und zwei Männer ihre Oblation abgelegt.

Unter Moderation von P. Udo Küppers OSB, der auch weiterhin von Seiten des Mönchskonvents für die Betreuung der Oblatengemeinschaft verantwortlich sein wird, stand der Abend ganz unter dem Zeichen von Abschied und Neubeginn. Abt Michael dankte dem scheidenden Oblatenrektor P. Noach, den er 2010 in diesem Amt einsetzte und würdigte ihn für die vergangenen Jahre.

P. Noachs Anliegen sei es immer gewesen, die Oblaten selbstständiger und selbstbewusster zu machen. Er habe in den vergangenen Jahren viele Akzente gesetzt und darauf vorbereitet, was heute möglich ist: eine Oblatenrektorin aus den eigenen Reihen. Zudem sei ihm immer daran gelegen gewesen, die Oblaten im Konvent präsent zu machen, wie unter anderem in Fürbitten. Immer habe P. Noach seinen Dienst sehr ernst genommen.

Ursula (Sr. Theresa) Dippel vom Oblatenrat brachte das Plakat mit, das P. Noach für den ersten Oblatentag vorbereitet hatte. Die Worte „Miteinander auf dem Weg zu Gott, Oblaten und Mönche von Münsterschwarzach“ hätten die Oblatengemeinschaft über Jahre begleitet. In dieser Zeit sei die Gemeinschaft gemeinsam mit ihm wichtige Schritte gegangen, er habe diese „Trends gesetzt“.

„Du hast den Oblatentag und Oblationsfeier in die Mitte der Gemeinschaft geholt, die Kandidaten im Probejahr intensiv begleitet, die elektronische Kommunikation vorangebracht, das Oblatenverzeichnis angelegt und somit, wie du es wolltest, der Gemeinschaft ein Gesicht gegeben, neue Formate der Begegnung geschaffen und uns immer wieder auf den Wert der Stille und des Schweigens aufmerksam gemacht“, so Sr. Theresa. Vieles habe es vorher nicht gegeben und für die „älteren“ Oblaten seien sie nach wie vor nicht selbstverständlich. Von all dem werde auch nun noch etwas bleiben.

In seiner Abschiedsrede erinnerte sich P. Noach an das erste Wochenende mit den Oblaten. Das Haus Scholastika sei damals eingerüstet gewesen und so sei für ihn diese Baustelle ein Sinnbild dafür gewesen, dass etwas Neues entstehe. Er sei sich anfangs unsicher gewesen, ob sich alle darauf einlassen würde, was er immer geplant hatte. Doch auch das sei sinnbildlich für diese Zeit gewesen, diese Offenheit seitens der Oblatengemeinschaft. Besonders dankbar sei er außerdem für den Rückhalt des Mönchskonventes, wo er immer versucht habe, die Tür zwischen Mönchen und Oblaten weit offen zu halten. Nun blicke er dankbar auf die Zeit zurück, die ihm persönlich auch Freude bereitet habe.

Auch erinnerte er sich bei der Verabschiedung an das erste Treffen mit dem neu gewählten Oblatenrat damals, das unter Begleitung eines Textes von Papst Johannes Paul II. stand. Darin heißt es: „Die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft machen, darin liegt die große Herausforderung, die in dem beginnenden Jahrtausend vor uns steht, wenn wir dem Plan Gottes treu sein und auch den tiefgreifenden Erwartungen der Welt entsprechen wollen.“ Hier zeige sich der Anklang an Benedikt und seine Regel. Die Oblatengemeinschaft sei eben auch das Haus und die Schule der Gemeinschaft. Gemeinsam hätten sie in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass sie ein Haus Gottes sei. Besonders betonte er das Herzblut, mit dem Sr. Brigitte, Sr. Johanna, Sr. Theresa und Sr. Silke seien immer alles vorbereitet und sich gekümmert haben. Auch P. Udo, der interimsmäßig die Oblatengemeinschaft in diesem Sommer begleitet hatte, betonte den geistlichen und spirituellen gemeinsamen Weg.

Mit einem Segen übergab Abt Michael das Amt der Oblatenrektorin an Carola Holzmann (Sr. Hanna Felizitas), die bereits am Vormittag im Gottesdienst bei der Oblation die neuen Oblaten begleitete. Ein Vers aus der Benediktsregel, die Abt Michael am Morgen aufgeschlagen hatte, sollte sie in ihrem neuen Amt begleiten. Im Cellerarskapitel (RB 31,19) heißt es: „denn niemand soll verwirrt und traurig werden im Hause Gottes“. Das sei Daueraufgabe, auch als Abt. Benedikts großes Anliegen sei der Friede im Kloster, dass jeder hat, was er benötige – und das sei ein wunderbarer Anfang für sie als Oblatenrektorin.

Carola Holzmann kam beim Spaziergang am Vormittag ein Gedicht von Christina Busta in den Sinn, bei dem es heißt: „Gemessen an der kosmischen Uhr bleibt uns für unsere Liebe nicht einmal ein Milliardstel von einer halben Sternsekunde. Wir haben keine Bedenkzeit.“ Es gebe keine Bedenkzeit dafür, zögernd weiterzugehen. Daher habe sie die Hoffnung, in der Spur von P. Noach weiterzubleiben. Sie hoffe, dass sie alles in ihrer Kraft Stehende dafür tun könne und sei voller Zuversicht für ihre neue Aufgabe. Als Zeichen übergab Abt Michael ihr zum Schluss ein Faksimile des Lektionars der Benediktsregel, welches auch die Abtei Münsterschwarzach nutzt.

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