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Nachruf auf P. Klaus Braunreuter

Am 5. Juli verstarb P. Klaus Braunreuter in Würzburg. Sein Leben widmete er der Mission.

Gott, der Schöpfer und Vollender unseres Lebens nahm in einem ruhigen Tod im Juliusspital Würzburg am Mittwoch, den 5. Juli 2006, um 7.40 Uhr zu sich in sein seliges Reich seinen treuen Diener, unseren lieben Mitbruder P. Klaus (Alfred) Braunreuter OSB
Alfred wurde am 8. Mai 1937 in Wonfurt, Kreis Haßfurt/Unterfranken, geboren. Seine Eltern waren der Schlosser Franz Braunreuter und seine Ehefrau Johanna, geb. Schöpplein. Seine Jugendzeit wurde begleitet von seiner Schwester Maria und seinem Bruder Artur.
Nach der Volksschule in Wonfurt von 1943-1948 besuchte er bis 1951 die Höhere Schule in Haßfurt. Im Betrieb seines Vaters lernte er die Bauschlosserei bis 1955 und besuchte dazu auch die Berufsschule in Haßfurt. Dann zog es ihn zu etwas anderem hin. Er ging 1956 auf das Spätberufenen-Seminar Bamberg, wo er 1962 das Abitur machte, woraufhin er um die Aufnahme in die Abtei Münsterschwarzach bat.

Sein Noviziat begann am 13. September 1962, der heilige Nikolaus wurde ihm als Namenspatron gegeben. Seine Zeitliche Profeß feierte er am 14. September 1963 und seine Feierliche Profeß am 28. August 1966. In diese Jahre fiel auch die Zeit seiner philosophischen und theologischen Studien in St. Ottilien und Würzburg. Nach seiner Priesterweihe am 20. Juli 1968 widmete er sich als Geistlicher Berater der Arbeit in der Diözesanleitung der Katholischen Jugend der Diözese Würzburg.

Nach einem achtmonatigen Sprachstudium in England wurde P. Klaus am 7. Mai 1970 in die Afrikamission ausgesandt, und zwar in das Gebiet der Abtei Peramiho. Nach einer Zeit der Eingewöhnung in Uwemba begann er seine Missionstätigkeit bei P. Maurus in Lugarawa. Im Anschluss an einen fünfmonatigen Sprachkurs in Musoma trat er seine erste Seelsorgestelle an in Lupingu am Nyassasee mit 32 Außenposten. So verbrachte er 8 Jahre auch in verschiedenen weiteren Pfarreien. 1978 kamen wir Benediktiner auf Einladung von Kardinal Otunga nach Nairobi, um bei der Hauptstadt Kenias ein Kloster zu gründen. Zur Gründungsmannschaft gehörte P. Klaus. Zusammen mit dem Gründer der dortigen Pfarrei St. Benedikt, wiederum P. Maurus, half er in der Seelsorge mit, vor allem bei der Arbeit mit den Jugendlichen. Der Schwerpunkt seines Wirkens lag im Mathare Valley, dem größten und ältesten Elendsviertel von Nairobi mit etwa 25.000 Bewohnern. Dies wurde zum großen Arbeitsgebiet seines Lebens: die Umgestaltung des riesigen Slumgebietes zu einer menschenwürdigen Wohngegend, und zwar durch Hausbau, Verlegung von Kanalisation, Wasser- und Stromleitungen, wobei er mit unglaublichen bürokratischen Hindernissen zu kämpfen hatte – aber nie aufgab.

Unzählige Helfer in der Heimat, u. a. auch die Bundesregierung, unterstützten sein Lebenswerk. Auch die Ausbildung wurde nicht vergessen. P. Klaus errichtete Werkstätten für Automechaniker, Schlosser, Maurer und Schreiner. 1986 übernahm er die Pfarrei St. Benedikt in Nairobi im Neubaugebiet Mathare North, einem Projekt der Weltbank. Somit verdoppelte sich die Einwohnerzahl seines Pfarrgebietes auf 100.000 Menschen.
Am 8. Mai 1997 erreichte P. Klaus in seinem Heimaturlaub die Nachricht, dass P. Magnus, der Prior des jungen Benediktinerklosters Tigoni bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt ist. So wurde er der Nachfolger des ersten Priors. Im Jahre 2000 legte er zusammen mit Erzabt Notker die Leitung des Klosters in einheimische Hände. Kaum hatte er diese Aufgabe beendet, musste er wieder eine Lücke füllen. Ende Oktober 2000 starb P. Ildefons, der Pfarrer von Mtwara an der Südgrenze von Tansania. Seine Pfarrei mit etwa 10.000 Katholiken in dieser mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadt wurde die letzte Station seines unermüdlichen Wirkens seit 22. Juli 2001.

Im Februar 2005 begann der Kampf mit dem Krebs, der sich im Lauf dieser Zeit als mehr und mehr erfolglos erwies.

R.i.P.

Abt Michael und Konvent

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