Die Klosterpatronin Felizitas

Am 23. November feiert die Benediktinerabtei Münsterschwarzach das Hochfest der Klosterpatronin Felizitas. 

Schon seit Anbeginn des Klosters Münsterschwarzach ist die heilige Felizitas die Patronin. Das erste Kloster in Münsterschwarzach ist auf 780 datiert wurde als Frauenkloster von Fastrada, der 4. Gattin Karls des Großen gegründet und St. Salvator, der Heiligen Maria und St. Felizitas geweiht. Auch als es knapp 100 Jahre später nach dem Tod der vierten Äbtissin den Benediktinern von Megingaushausen überlassen wurde, blieben sie der heiligen Felizitas treu.

Als nach der Aufhebung 1803 aufgrund der Säkularisation die Abtei Münsterschwarzach im Jahr 1913 wiederbesiedelt wurde, setzte Abt Plazidus ein Zeichen. Er führte mit der Betiteliung "Plazidus II." die Liste der Äbte aus der Zeit vor der Auflösung einfach fort, als hätte es nie einen Zeit ohne Mönche in Münsterschwarzach gegeben. Auch bemühte er sich darum, dass das Kloster mit dem Kirchenneubau (ab 1935) wieder Requien der heiligen Felizitas bekommen sollte.

Hinweise auf früheren Besitz finden sich bereits um 1000 nach Christus, als Egbert Abt von Münsterschwarzach war und Bischof Adalbero dem Bistum Würzburg vorstand:

»Am 9. September 1074 weihte er die Hauptkirche unseres Klosters […] zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria und der heiligen Märtyrin Felizitas und ihrer 7 Söhne. Unter den vielen Reliquien, die er in den Hochalter legte, legte er dort auch fast die Hälfte des Leibes der heiligen Felizitas hinein.«

Während eines Bauernaufstandes am 29. April 1525 gingen die Reliquien spurlos verschwunden. Erst im Herbst 1934 erhielt die Abtei Münsterschwarzach wieder Reliquien der Klosterpatronin. P. Burkard Utz (späterer Abt) hatte diese aus der Abtei Cava in Salerno erbeten, wo das Haupt der Heiligen aufbewahrt wird. Doch auch an anderen Stellen in der 1938 geweihten Abteikirche finden sich Bilder der Klosterpatronin.

Die Glocken wurden in der Gießerei in Apolda gefertigt. P. Alwin Schmid entwarf die Reliefs darauf, darunter das Salvatorbild, die heilige Felizitas und den hl. Plazidus. Am 21. März 1936, dem Festtag des heiligen Bendikt, begann nach der Weihe die Glockenmontage. Am 23. April läuteten die Felizitas- und die Plazidus-Glocke erstmals zum Angelus.

Auch der Abtsthron zeigt die heilige Felizitas. Er wurde durch P. Maurus Kraus später gefertigt und am 14. Okotber 1940 durch Abt Plazidus in Besitz genommen. Die Rückenlehne zeigte in rundbogigen Vertiefungen drei Figuren. Die Mitte beherrscht Christus mit dem Evangelienbuch. Rechts von Christus steht der heilige Benedikt, links die heilige Felizitas. 

Eigentlich war auch eine Kapelle neben dem heutigen Marienaltar zu Ehren der Klosterpatronin geplant, doch wurde dieser Raum als Sakristei genutzt.

Das erste Felizitasfest nach der Aufhebung 1941 feierten die noch verbliebenen Mönche trotz Auflösung mit einigen zum Fronturlaub heimgekehrten Mitbrüdern. Ein Jahr später markierte das Felizitasfest den letzten großen Gottesdienst, der dokumentiert wurde. Wo die Reliquien zu dieser Zeit aufbewahrt wurden, ist unklar. Der Schrein zum Fest 1942 war eigens dafür aus Holz gefertigt.

Bis 1967 sollte es dauern, dass die Reliquien einen würdigen Aufbewahrungsort bekommen sollten, nachdem sie seit 1961 in der Krypta ihren festen Platz bekommen hatten. Goldschmiedemeister Br. Adelmar Dölger entwarf und fertigte den heutigen Reliquienschrein, der immer am Gedenktag der Heiligen in einer Prozession von der Krypta in die Abteikirche überführt wird.

Traditionell findet in der Klosterfamilie an diesem Tag ein Mitarbeiterfest mit dem Mönchskonvent statt, bei dem die Jubilare besonders geehrt werden. Mit dem Egbert-Gymnasium wird ein Gottesdienst gefeiert, an dem die 5. Klassen ihre Klassenpaten zugeteilt bekommen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Fest 2020 ausfallen und auch 2021 wird es nicht in diesem Rahmen stattfinden. Das Konventamt feiern die Mönche um 9.30 Uhr mit den 5. Klassen. Es wird per Livestream übertragen.

Die Informationen und Zitate sind der siebenbändigen Abteibiografie "Schwarz aber schön" entnommen.

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